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Gesprächsforum II zum Thema Pflege in Soest
Pflege 2

„Kann und darf ein Pflegeroboter menschliche Arbeitskraft ergänzen?“ So konfrontierte Eike Hovermann, früher SPD Bundestagsabgeordneter mit dem Schwerpunkt Gesundheit und Rehabilitation, die Zuhörerinnen und Zuhörer mit Problemen der Pflege in der Zukunft. Frank Simolka zeigte sich als versierter Fachmann für das neue Pflegestärkungsgesetz II, das ab 1. Januar 2017 die Voraussetzungen für die Lebensqualität der Pflegedürftigen verbessern soll – mit seiner Einstufung in Pflegegraden, die nicht mehr nur die körperlichen sondern auch die kognitiven (Erkenntnisfähigkeiten) und psychischen Einschränkungen berücksichtigen. „Wie wird aber die Finanzierung der Pflegebedürftigkeit, die zurzeit gesichert ist, in Zukunft sichergestellt?“ Diese Frage werden die Gesellschaft und damit die Politik beantworten müssen. Angela Hötzel sieht in der Heimpflege immer mehr die Entwicklung zu einer Palliativpflege, die noch stärkere personelle Ressourcen benötigt. „Wie gewinne ich zukünftig geeignetes Personal, wenn jetzt schon teilweise ein Pflegenotstand besteht?“ In die lebhafte Diskussion hierzu griff ein Pflegefachmann unter der Zuhörern ein: Der Dienst in dem schweren Beruf muss für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter planbar sein. 

Oliver Bertelt unterstützte dies mit einer  Forderung nach einer gesetzlichen Personalbemessung und besserer Entlohnung der Pflegeberufe. An der Nahstelle zwischen Akuterkrankung und Rehabilitation, so Dr. Thomas Keweloh, bietet die Geriatrie (Altersmedizin) der Krankenhäuser, wie die des Klinikums Stadt Soest, Hilfen für alte Menschen an. Ralf Effmert verlangte, dass Pflegefachkräfte in den Krankenhäusern „unmittelbar am Patienten“ und nicht so sehr in Dokumentation tätig sein müssten. Der Beruf müsse attraktiver gemacht werden. Ein ganz heißes Eisen sei die Frage nach doppelten Kapazitäten z.B. konkurrierender Abteilungen zweier Krankenhäuser an einem Ort. Warum setze hier nicht eine Spezialisierung zugunsten des Patienten ein? Noch schwieriger sei die Frage für die Politik, wenn man das einzige Krankenhaus an einem Ort schließen und mit einem größeren Krankenhaus in einem Nachbarort zusammenlegen wolle, um leistungsfähigere Einheiten zu schaffen.

Mehmet Tavus dankte dem Podium und den Teilnehmerinnen und Teilnehmer für ihre Beiträge.

Die gute Resonanz zeige, wie „gefragt“ das Thema sei. Eine Fortsetzung ist als Forum III im Lippstädter Raum geplant.

Dr. Dirk Bruns; Pressesprecher des SPD Ortsvereins Soest

Pflege 2

Angela Hötzel, Seniorenstift St. Michael Werl; Oliver Bertelt, Ver.di; Ralf Effmert, Kath. Hospitalverbund; Dr. Thomas Keweloh, Chefarzt, Klinikum Stadt Soest; Frank Simolka, AOK Nordwest; Eike Hovermann; Mechmet Tavus, Stellv. Vorsitzender des OV Soest der SPD

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