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„Modell Lippstadt“ als Vorbild für Wohnungsbau im Kreis Soest
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SPD-Kreistagsfraktion für neue Organisationsstrukturen

Kreis Soest. Die Nachfrage nach Wohnraum wird immer brennender. Nicht nur in den Ballungsräumen fehlt es an geeigneten und bezahlbaren Wohnungen, sondern auch der ländliche Raum ist davon betroffen. Das veranlasste jetzt die SPD-Abgeordneten des Soester Kreistages, der Wohnungsmisere auf den Grund zu gehen und sich bei der gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Lippstadt kundig zu machen, wie dem Problem mit Hilfe öffentlicher Mittel und neuen Organisationsstrukturen zeitnah begegnet werden kann.

Warum gerade Lippstadt? Diese Frage stellte SPD-Fraktionsvorsitzender Wilfried Jäger selbst und gab zugleich darauf die Antwort. „Das Beeindruckende am Modell der Wohnungsbaugesellschaft Lippstadt ist, dass es hier erfolgreich gelingt, soziale Zielsetzungen, wie zum Beispiel die günstige Bereitstellung von Mietwohnungen, mit ökonomischem Erfolg zu verbinden“.

Immerhin verfüge die 1951 gegründete Gesellschaft aktuell über rund 1.600 Mietwohnungen bei einer durchschnittlichen Miete von 4,20 Euro pro Quadratmeter, erklärte der kaufmännische Geschäftsführer Meinolf Köller den interessierten Kreispolitikern. Köller sprach von einer großen Mieterzufriedenheit und demzufolge auch von einer geringen Fluktuationsquote. Sein Unternehmen, so der Geschäftsführer, stelle eine große Zahl von Wohnungen für „am Wohnungsmarkt Benachteiligte“ zur Verfügung. Natürlich sei man auch in anderen Marktsegmenten vertreten, verzichte aber bewusst auf Prestigeobjekte. Das jährliche Investitionsvolumen bezifferte der auf rund drei Millionen Euro. Die gesunde Geschäftsbasis ermögliche es, eine jährliche Dividende von 850.000 Euro an die Gesellschafter auszuschütten, wovon in hohem Maße die Stadt Lippstadt profitiere.

Darüber freute sich besonders Kreistagsabgeordneter Hans-Joachim Kayser, zugleich SPD-Fraktionsvorsitzender im Rat der Stadt Lippstadt. Er war froh darüber, dass man die Privatisierungsbestrebungen Ende der 90er Jahre habe abwenden können und die Diskussion heute wohl erledigt sei. Die Lippstädter Wohnungsbaugesellschaft habe sich somit zu einem „Erfolgsmodell“ entwickeln können. Sie unterstütze die Stadt mit ihrem umfassenden Know-How erfolgreich auch in anderen wichtigen städtebaulichen Fragen. Kayser nannte hier vor allem die Baulandentwicklung und –vermarktung, das Betreiben von städtischen Liegenschaften und die Unterstützung von Plankonzepten.

Die Vorsitzende des Kreis-Sozialausschusses, SPD-Kreistagsabgeordnete Susanne Helfrich, führte eindringlich die Wohnungsproblematik im ländlichen Kreis Soest vor Augen. Es mangele an Angeboten von passendem Wohnraum vor allem für Ältere, für Geringverdiener, für Behinderte und Alleinstehende. Die private Wohnungswirtschaft bediene eher die Interessen der Besserverdienenden, kritisierte Susanne Helfrich.

Das bekräftigte auch das Mitglied im Regionalrat, Kreistagsabgeordneter Christian Klespe. Besonders in den kleineren Kommunen des Kreises sei es kaum möglich, eigene Initiativen im Bereich des Sozialen Wohnungsbaus zu verwirklichen. Das allgemeine Wohnungsproblem rufe im Kreis Soest förmlich danach, Überlegungen auf Kreisebene anzustellen und zukunftsorientierte Entwicklungen einzuleiten und entsprechende Strukturen aufzubauen. „Denn“, so der Sprecher, „Wohnen ist ein Grundrecht“. Schließlich empfahl Rainer Stratmann, ehemals Kreisdirektor und Kämmerer in Unna, auch einen Blick in den Nachbarkreis zu werfen. Dort arbeiteten Kreis und Kommunen äußerst erfolgreich in einer kommunalen Wohnungs- und Baugesellschaft mit rund 3.000 Mietwohnungen und Gewerbeobjekten zusammen. Und das seit nunmehr 78 Jahren!

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