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Insektensterben hat komplexere Gründe als Glyphosat
2017_11_16_Imker

Eine vor wenigen Monaten im wissenschaftlichen Magazin PLoS One veröffentlichte Studie aus Krefeld berichtete von einem 76-prozentigen Rückgang der Insekten in unserer Natur. Vor allen Dingen Glyphosat ist in diesem Zusammenhang in den Fokus gerückt; der Ruf nach politischen Lösungsvorschlägen wird immer lauter. Diesem Ruf folgend hat sich nun Wolfgang Hellmich, heimischer SPD- Bundestagsabgeordneter, mit Vertreterinnen und Vertretern des Landesverbands Westfälischer und Lippischer Imker e.V. getroffen um sich ein erstes Lagebild zu verschaffen. In dem Gespräch wurde eines schnell klar: Den „einen Schuldigen“ für das Insektensterben gibt es nicht. Vielmehr sind es viele Faktoren, die im Zusammenspiel fatale Folgen für die Artenvielfalt der Insekten haben. Insbesondere die „menschengemachte Säuberung“ der Natur trägt ihren Teil dazu bei. Komposthaufen, wichtige Nahrungsquellen für Insekten, werden immer seltener und Wiesen werden zu oft gemäht. Mähroboter, welche voll automatisiert die Wiese kurz halten, verstärken das Problem noch. Ein fehlendes Bewusstsein für das gesamte Ökosystem sei auch kaum vorhanden, waren sich die Imker einig. Bienen rückten bei Diskussionen zum Thema meist in den Vordergrund, Insekten wie Wespen, Hornissen und Mistkäfer, die auch wichtiger Teil des Ganzen sind, werden oft ignoriert. So appellierten die Mitglieder des Imkerverbandes an Wolfgang Hellmich, dass die Politik dabei helfen müsse, ein Bewusstsein in der Bevölkerung zu schaffen. „Bewusstsein von oben zu verordnen geht nicht – es muss von unten wachsen“, erklärt Wolfgang Hellmich. „Die Einrichtung von Fördertöpfen würde ich aber in jedem Falle befürworten. Mit diesen könnten Bildungsprogramme, wie z.B. Schulgärten finanziert werden.“ Wichtig sei es aber weiterhin, Ursachenforschung zu betreiben. „So lange wir den Rückgang nicht gestoppt haben, können wir keinen potentiellen Verursacher ausschließen“, so Hellmich abschließend. „Damit es in unseren Gärten bald wieder lauter summt, müssen wir schnell Maßnahmen erarbeiten, die dem Problem des Insektensterbens entgegenwirken.“

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