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Hauptamtlicher Beauftragter für Behinderte bald im Kreis?

Landesbeauftragter Killewald gab Politik, Verbänden und Betroffenen Tipps und Handlungsvorschläge

Kreis Soest. „Das Amt eines Behindertenbeauftragten – gleich, ob hauptamtlich oder ehrenamtlich – ist mit Funktion und Ausgestaltung in der Hauptsatzung des Kreises zu verankern!“ Aus berufenem Munde vom Beauftragten der Landesregierung für die Belange behinderter Menschen, Norbert Killewald, erhielten jetzt die Vertreter der Politik sowie der Verbände als auch eine große Zahl Betroffener in einer öffentlichen Sitzung der SPD-Kreistagsfraktion im Kreishaus in Soest Tipps und Handlungsvorschläge, wie Inklusion am Besten „vor Ort“ in den Kreisen, Städten und Gemeinden umgesetzt werden kann.

Killewald sah es als notwendig an, in der Hauptsatzung des Kreises festzuschreiben, welche Befugnisse der Beauftragte hat, an welchen Sitzungen er teilnehmen darf und wo er seine fachliche Beratung einzubringen habe. Ziel sei immer die gleiche gesellschaftliche Teilhabe aller. Nur so sei die grundgesetzliche Forderung, dass niemand durch seine Behinderung benachteiligt werden dürfe, zu erfüllen.

Ausführlich setzte er sich mit sogenannten „Inklusionsstärkungsgesetz“ auseinander, das alle Träger öffentlicher Belange verpflichte, als Teil der Gesellschaft an der Gestaltung inklusiver Lebensverhältnisse mitzuwirken. „Daraus ergibt sich für die Kreise und Städte zwingend, in höherem Maße als bisher die Belange behinderter Menschen zu berücksichtigen“, so der Landesbeauftragte. Beispielhaft nannte er den „gemeinsamen Unterricht als ersten Schritt zur Inklusion“.

Killewald berichtete ausführlich aus seiner Praxis als Behindertenbeauftragter des Landes und skizzierte eindrucksvoll, wie umfassend die Palette der Aufgaben ist. Ein Behindertenbeauftragter des Kreises sei daher ein „Generalist“, der über vielschichtige Kenntnisse verfügen müsse. Bereits eingangs hatte SPD-Fraktionsvorsitzender Wilfried Jäger darauf verwiesen, dass im Hinblick auf die Inklusion viel Arbeit auf einen Behindertenbeauftragten im Kreis zukommen werde, die eine Ehrenamtlichkeit wahrscheinlich überfordere.

In der anschließenden Diskussion stimmten die anwesenden Vertreter der Verbände dieser Argumentation weitgehend zu und traten dafür ein, im Kreis Soest einen hauptamtlichen Beauftragten für die Belange behinderter Menschen einzusetzen. Dr. Wilhelm Günther, ehrenamtlich für ein Jahr mit dieser Aufgabe betraut, sah es als dringlich an, entsprechende Entscheidungen durch den Kreistag zu treffen, damit bis Mitte/Ende 2015 ein nahtloser Übergang an einen hauptamtlichen Beauftragen vorgenommen werden könne.

Foto: SPD-Fraktionsvorsitzender Wilfried Jäger (rechts) und die Vorsitzende des Kreis-Gesundheitsausschusses, Bärbel Dittrich (Mitte), begrüßten jetzt den Beauftragten der Landesregierung für die Belange behinderter Menschen, Norbert Killewald (links), zu einer Diskussion mit Vertretern der Politik, der Verbände und Betroffener im Kreishaus.

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